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Friedenslogik statt Sicherheitslogik

 Veranstaltungen

Gegenentwürfe aus der Zivilgesellschaft. Jahrestagung der Plattform Zivile Konfliktbearbeitung 2012 in Loccum

Entwicklungszusammenarbeit und Friedensarbeit werden zunehmend von Denkmustern staatlicher Sicherheitsvorsorge dominiert. Zivilgesellschaftliches Engagement, bisher orientiert an den Werten Frieden und Gerechtigkeit, erfährt eine Umdeutung und eine Inanspruchnahme für Sicherheitsinteressen des Staates. Diese Tendenz ist jüngst besonders in der Afghanistanpolitik zu beobachten. Das Schlagwort der „vernetzten Sicherheit“ ist ein Ausdruck dessen: eine Verwischung zwischen staatlichen und gesellschaftlichen Kompetenz- und Handlungsräumen einerseits und militärischen und zivilen Mitteln andererseits.

Um dieser 'Versicherheitlichung' entgegen zu wirken, müssen sich die in der Friedensarbeit tätigen Organisationen und ihr Umfeld über ihre eigene Konzeption von Friedenspolitik klar werden. Was bedeutet ein der Friedenslogik folgendes Handeln für eigene Aktivitäten? Was bedeutet es für Positionierungen gegenüber staatlichen Akteuren und ihren Aktivitäten?

 

Wie kann ein alternativer Handlungsrahmen umrissen werden, der eine Orientierung für zivilgesellschaftliche Initiativen darstellt und zugleich realitätstauglich bei dem Anspruch ist, Frieden zu schaffen, zu ermöglichen und zu konsolidieren? Wie kann der Leitidee der Sicherheitsvorsorge ein dynamisches Konzept von Konfliktbearbeitung und Konflikttransformation gegenüber gestellt werden, das auch staatlicher Politik eine neue Orientierung verschaffen kann?

 

Die Plattform Zivile Konfliktbearbeitung lädt Mitglieder und Interessierte herzlich dazu ein, sich an der Bearbeitung dieser Fragen zu beteiligen. Gemeinsam mit Ihnen möchten wir uns über einen normativen Bezugsrahmen verständigen, der vorherrschende Paradigmen kritisch reflektiert und zugleich Prinzipien und Visionen für zivilgesellschaftliches und staatliches Handeln zu bestimmen erlaubt.

 

Programm

 

Freitag, 2. März 2012

13:30 Uhr    Anreise zum Stehkaffee

 

14:00 Uhr    Begrüßung und Eröffnung

Dr. Marcus Schaper, Evangelische Akademie Loccum

Ulrich Frey, Sprecher, Plattform Zivile Konfliktbearbeitung, Bad Honnef

 

Friedenslogik: Wie sind die Ziele ziviler Konfliktbearbeitung zu bestimmen?

14:30 Uhr    Reflexive Friedenspolitik

Zivilgesellschaftliches Engagement in der Weltgesellschaft

Prof. em. Dr. Lothar Brock, Gastprofessor, Programmbereich Herrschaft und gesellschaftlicher Frieden, Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung, Frankfurt

 

Anschließend Diskussion

 

16:15 Uhr    Das Mantra „Sicherheit“. Handlungslogiken, Prinzipien, Interessen

PD Dr. Sabine Jaberg, Dozentin, FB Human- und Sozialwissenschaften, Führungsakademie der Bundeswehr, Hamburg

 

17:00 Uhr    Wessen Sicherheit? Sackgasse Sicherheitslogik?

Parallele Thementische zu ...

 

... Entwicklungszusammenarbeit

Dr. Wolfgang Heinrich, Arbeitsstelle Frieden und Konfliktbearbeitung, Evangelischer Entwicklungsdienst, Bonn

 

... Auswärtiger Politik

Dr. Ute Finckh-Krämer, Vorsitzende, Bund für soziale Verteidigung, Berlin

 

... Menschen- und Bürgerrechten

Werner Koep-Kerstin, Mitglied im Bundesvorstand, Humanistische Union, Berlin

 

... Migration und Asyl

Ullrich Hahn, Präsident, Versöhnungsbund, Villingen

 

... Rüstung und Sicherheitspolitik

Paul Schäfer, MdB-Die Linke, Mitglied des Verteidigungsausschusses, Bonn

 

19:30 Uhr    Ideen-Raum der zivilen Konfliktbearbeitung

 

21:00 Uhr    Gespräche auf der Galerie

 

 

Samstag, 3. März 2012

 

Friedenslogik: An welchen Prinzipien messen wir uns, an welchen die Politik?

 

09:15 Uhr    Von der Sicherheitslogik zur Friedenslogik. Was bedeutet das im Kontext von Konflikten? Was führt zur Konflikttransformation?

PD Dr. Jochen Hippler, Wiss. Mitarbeiter, Institut für Entwicklung und Frieden, Universität Duisburg-Essen

 

Kommentar: Natascha Zupan, Leiterin, Arbeitsgemeinschaft Frieden und Entwicklung (FriEnt), Bonn

Kommentar: Katja Keul, MdB-Bündnis 90/Die Grünen, Mitglied des Verteidigungsausschusses, Nienburg

 

11:00 Uhr    Welche Prinzipien und Kriterien folgen aus der Friedenslogik für unser eigenes Handeln?

Parallele Arbeitsgruppen (siehe unten)

 

14:00 Uhr    Welche Kriterien und Anforderungen folgen aus der Friedenslogik für die staatliche Politik?

Fortsetzung der Arbeitsgruppen

 

16:00 Uhr    Gallery Walk: AGs präsentieren ihre Ergebnisse

 

16:45 Uhr    Welche Schlüsse ziehen wir aus den AG-Diskussionen für die zivile Konfliktbearbeitung und staatliche Krisenpolitik?

Dr. Ilona Auer-Frege, Koordinatorin, Ökumenisches Netz Zentralafrika, Berlin (angefragt)

Prof. Dr. Tobias Debiel, Direktor Institut für Entwicklung und Frieden, Universität Duisburg-Essen

Renate Grasse, Geschäftsführerin, Arbeitsgemeinschaft Friedenspädagogik (AGFP), München

 

Anschließend Diskussion

 

19:15 Uhr    Jahresplenum der Plattform Zivile Konfliktbearbeitung

Sprecherrat der Plattform Zivile Konfliktbearbeitung

Christiane Lammers, Geschäftsführerin, Plattform Zivile Konfliktbearbeitung, Köln

 

22:00 Uhr    Gespräche auf der Galerie

 

 

Sonntag, 4. März 2012

 

Was wollen wir weiter bearbeiten?

09:30 Uhr    Appell zur zivilen Konfliktbearbeitung

 

11:00 Uhr    Verabredungen zur Bildung von Arbeitsgemeinschaften

 

12:15 Uhr    Statt eines Schlusswortes

Uwe Trittmann, Sprecher, Plattform Zivile Konfliktbearbeitung, Mülheim/Ruhr

 

12:30 Uhr    Ende der Tagung mit dem Mittagessen

 

Arbeitsgruppen

AG 1:  Friedensdienste

Charlotte Eisenberg, Friedensfachkraft, EIRENE, Berlin

Dr. Matthias Ries, Programm Ziviler Friedensdienst, Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit, Bonn

 

AG 2:  Menschenrechte

Marie Becher, Referentin, Peace Brigades International, Hamburg

Dr. Beate Wagner, Generalsekretärin, Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen, Berlin

 

AG 3:  Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit

Sandra Bauske, Koordinatorin 'Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage', Friedenskreis Halle

Christine Böckmann, Geschäftsführerin, Miteinander e.V., Magdeburg

 

AG 4:  Sicherheitspolitik

Lic. theol. Norbert Fabian, Kommission Friedenspolitik, Pax Christi, Duisburg

Volker Haury, Mitglied im Initiativkreis, Ohne Rüstung Leben e.V., Ludwigsburg

 

AG 5:  Entwicklungszusammenarbeit

Bodo von Borries, Referent, Humanitäre Hilfe, Entwicklungshilfe, Verband Entwicklungspolitik Deutscher Nichtregierungsorganisationen, Berlin

Irmgard Hofer, Vorsitzende, Internationale Frauenliga für Frieden und Freiheit, Nürnberg

 

AG 6:  Friedensbildung

Anja Petz, Trainerin ZFD, Kurve Wustrow

Wolfgang Buff, Vorstand, Netzwerk Friedensbildung Hessen, Frankfurt

 

Zur Online-Anmeldung





 

Termin: 
02.03.2012 (13:30) - 04.03.2012 (13:00)
Anmeldekontakt: 
Evangelische Akademie Loccum, Tel. 05766 / 81-0; Fax 81-9 00, siehe auch Onlineanmeldung
Kosten: 
160,- € für Übernachtung, Verpflegung, Kostenbeitrag. Für Schüler/innen, Auszubildende, Studierende, Freiwilligendienstler sowie Arbeitslose Ermäßigung nur gegen Bescheinigung auf 80,- €.
Anmeldefrist: 
27. Februar 2012
Förderhinweise
Gefördert durch die Bundeszentrale für politische Bildung und das BMZ
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